BloombergNEF Erhöht Prognose für Rechenzentrums-Energiebedarf um 36% auf 106 GW bis 2035
Zusammenfassung
Die Dezember-2025-Prognose von BloombergNEF geht davon aus, dass der Energiebedarf von US-Rechenzentren bis 2035 106 GW erreichen wird — ein Anstieg von 36% gegenüber der nur sieben Monate zuvor veröffentlichten Prognose von 78 GW. Die Revision spiegelt sowohl den Anstieg der Pipeline-Projekte als auch die beispiellose Größe neuer Einrichtungen wider, wobei fast ein Viertel der neuen Projekte 500 MW überschreitet. Für Netzbetreiber signalisiert die Prognose potenzielle Zuverlässigkeitsprobleme, da das Lastwachstum der Rechenzentren in Schlüsselregionen wie PJM und ERCOT die neue Erzeugungskapazität übersteigt.
Was Geschah
BloombergNEF veröffentlichte am 1. Dezember 2025 seine aktualisierte Prognose für den Energiebedarf von Rechenzentren und prognostiziert, dass US-Rechenzentren bis 2035 106 GW benötigen werden — deutlich mehr als die heute betriebenen 40 GW.
Die Revision um 36% nach oben gegenüber der April-2025-Prognose von BNEF erfolgte trotz anhaltender Fragen über eine KI-Blase. BNEF betitelte seinen Bericht mit "What AI Bubble?" als direkte Antwort an Skeptiker.
Zwei Faktoren trieben die Revision:
Erweiterung der Projekt-Pipeline: BNEF fügte im vergangenen Jahr fast 150 neue Rechenzentrumsprojekte zu seinem Tracker hinzu.
Anlagengröße: Fast ein Viertel der neuen Projekte überschreitet 500 MW Kapazität, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die durchschnittliche neue Anlage wird über 100 MW benötigen, wobei einige 1 GW überschreiten.
Warum Es Wichtig Ist
Die Prognoserevision signalisiert eine beschleunigte Nachfrage, die Netzbetreiber möglicherweise nur schwer bewältigen können.
Regionale Belastung: BNEF prognostiziert, dass allein PJM in den nächsten fünf Jahren 31 GW Rechenzentrumslast hinzufügen könnte — etwa 3 GW mehr als die erwarteten Kapazitätserweiterungen durch neue Erzeugung. In ERCOT könnten die Reservemargen nach 2028 in riskante Bereiche fallen.
Anteil an der Gesamtnachfrage: Bis 2035 werden Rechenzentren 8,6% des gesamten US-Strombedarfs ausmachen, mehr als doppelt so viel wie ihr heutiger Anteil von 3,5%.
Zeitdruck bei der Entwicklung: BNEF schätzt, dass die Entwicklung von Rechenzentren etwa sieben Jahre von den ersten Schritten bis zum Vollbetrieb dauert — 4,8 Jahre Vorbereitung und 2,4 Jahre Bauzeit. Projekte, die jetzt in die Warteschlange kommen, zielen auf 2030-2032 ab.
Auswirkungen auf Verbraucher: Die Bloomberg-Analyse zeigt, dass KI-Rechenzentren die Stromrechnungen für Privat- und Geschäftskunden in Regionen mit hoher Rechenzentrumsdichte in die Höhe treiben.
Technische Details
Prognosevergleich: April vs. Dezember 2025
| Metrik | April 2025 | Dezember 2025 | Änderung |
|---|---|---|---|
| US-Nachfrage 2030 | — | 21% höher als April | +21% |
| US-Nachfrage 2035 | 78 GW | 106 GW | +36% |
| Rechenzentren-Anteil am US-Strom | — | 8,6% bis 2035 | — |
Wachstum des Energieverbrauchs
| Metrik | 2024 | 2035 | Wachstum |
|---|---|---|---|
| US-Strombedarf | 35 GW | 106 GW | +203% |
| Durchschnittlicher Stundenverbrauch | 16 GWh | 49 GWh | +206% |
Das tatsächliche Wachstum des Energieverbrauchs übertrifft das Kapazitätswachstum, da Anlagen mit höheren Auslastungsraten betrieben werden.
Introl-Perspektive
Der Aufbau von Rechenzentrumsinfrastruktur in dem von BNEF prognostizierten Umfang erfordert Feldingenieurkapazitäten für mehrere gleichzeitige Bauprojekte. Introls 550 HPC-spezialisierte Ingenieure unterstützen GPU-Cluster-Bereitstellungen an 257 globalen Standorten. Erfahren Sie mehr über unseren Abdeckungsbereich.
Veröffentlicht: 29. Dezember 2025